Urban Mining (Perpetuum mobile)
Design für Recycling:
»Wo Urban Mining – auch wenn es nicht so genannt wurde – schon lange gelebt wird, ist beim recyceln von Glas, Papier, Altmetall und Baurestmassen«, sagt Brigitte Kranner, Geschäftsführerin des Unternehmens Altmetalle Kranner und Mitveranstalterin des internationalen Urban Mining Kongresses in Bremen. Recycling ist ein wichtiger Beitrag zur zielorientierten Abfallwirtschaft.
Urban Mining setzt bereits beim Produktionsprozess an, denn je mehr man weiß, woraus sich ein Haus, ein Kinderwagen oder die Plastikverpackung zusammensetzt, desto besser können die Dinge auch wieder rückgebaut werden. »Design für Recycling« werden solche Zugänge genannt, die die Mehrfachnutzung im Blick haben. »Vor allem bei Gütern mit hoher Lebensdauer fehlen am Ende Informationen über Art, Menge und Zusammensetzung«, sagt Paul H. Brunner, Professor am Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft an der TU Wien, und empfiehlt eine Art Produktpass, in dem sämtliche stoffliche Informationen eingetragen werden und der in 20 bis 30 Jahren als Rohstofflandkarte dient.
Dieses Protokolisierung erleichtert die Suche nach wiederverwertbaren Materialien, denn auch die Methoden für das Aufspüren und Bewerten brauchbarer Lagerstätten sind noch nicht ausgereift.
Ebenso fehlt es derzeit noch an ökonomisch rentablen Verwertungstechnologien: »In Zukunft werden neue High-Tech-Prozesse zu entwickeln sein, die die komplexen Gemische, die morgen aus den heutigen Stofflagern in die Sekundärstoffwirtschaft eintreten, auftrennen können“«, sagt Brunner und denkt dabei neben dem Trennen von Müll beispielsweise an Spezifisches wie die Gewinnung von Metallen aus Ruß die bei der Abfallverbrennung entstehen.