Urbane Minen = Städte
Mit „urbanen Minen“ ist gemeint, dass Städte wie Bergwerke genutzt werden können: Es geht um die Suche nach sekundär Rohstoffen, die in Alltagsgegenständen, Gebäuden und der Infrastruktur verbaut sind – und die man künftig als neue Rohstoffquellen nutzen möchte. Wie wichtig der Abbau von Rohstoffen aus Städten für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ist, zeigt die Gründung des neuen Christian-Doppler-Labors „Anthropogene Ressourcen“ an der TU Wien: Sechs Industriepartner kooperieren mit den Forschern, etwa Altstoff Recycling Austria (ARA), Borealis, Voestalpine, Wiener Linien oder Fernwärme Wien.
„Bisher holt man riesige Mengen an Rohstoffen aus der Erde heraus“, sagt Johann Fellner, der Leiter des neuen CD-Labors: „80 bis 90 Prozent der bisher abgebauten Rohstoffe haben sich in unserer Infrastruktur, Gebäuden und Konsumgütern angesammelt. So hat jeder Österreicher ein Materiallager von 400 bis 500 Tonnen: Das meiste sind mineralische Baustoffe.“ Die Forscher nennen diese Lager „sekundäre Lagerstätten“, im Gegensatz zu „primären Lagerstätten“, wie man Bergwerke bezeichnet. „Für manche Ressourcen erreichen sekundäre Lagerstätten schon die gleiche Größe wie primäre Lagerstätten“, sagt Fellner.

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